
Die Zukunft lässt sich nicht voraussagen, doch in der Gegenwart liegt bereits der Keim für das was kommt. Als mir das Wort Kailua im Jahr 2009, wie ein Geistesblitz, beim Meditieren einfiel, konnte ich noch nicht ahnen, dass daraus der Name für meine Massage-Praxis werden würde. Genauso wenig wusste ich im Jahr 1990, als ich den Plan hatte, das erste Pilates Studio in Wien zu eröffnen, dass ich schwanger war und meine Tochter im selben Jahr auf die Welt kommen würde. Wir können nicht abschätzen was die Zukunft bringen wird oder welche unserer Wünsche oder Ziele tatsächlich in Erfüllung gehen werden. Immer wieder gibt es Leerläufe und Phasen des Nicht-Wissens, wie es weiter gehen oder was der nächste Schritt sein könnte. Und genauso wichtig ist das Hoffen, Dranbleiben und die Ungewissheiten aushalten zu lernen.
Rainer Maria Rilke schrieb im Jahr 1905 an einen Freund:
„Leben, Geduld haben, arbeiten und keinen Anlass zur Freude versäumen.“
Das kann ich voll unterschreiben. Im Leben gibt es viel auszuhalten und die Kunst besteht darin, in dieser beständigen Geduldsprobe die Freuden zu erkennen und zu zelebrieren.
Leider ist das nicht immer so einfach. Wer von euch kennt das? Ich habe einen Plan oder einen Entschluss gefasst, und sofort schleicht sich der Zweifel von hinten an und klopft mir auf die Schulter. Oder es plagen mich Ängste, die mir ständig ins Ohr flüstern, was passieren könnte, wenn etwas nicht klappt. Wir stehen vor einer inneren Zerreisprobe, zwischen Mut und Angst, Entschlossenheit und Zweifel. Gelingt es uns, weiterzumachen oder lassen wir uns von den Gegensatzpaaren, die da aufeinanderprallen, aufreiben? Was könnte es sein, das hilft, uns nicht von den unfassbaren Gegensätzen unterkriegen zu lassen?
In schwierigen Situationen habe ich gelernt meine innere Beobachterin einzuschalten. Sie sieht das Dilemma, in dem ich mich befinde, und hilft mir dabei, es nicht über zu bewerten. Gelingt es mir diese neutrale Instanz zu aktivieren, spüre ich das, was mich verunsichert oder von meiner Idee abhalten will. Doch zugleich gebe ich dieser Stimme nicht allzu viel Gewicht. An meiner Seite agiert die innere Beobachterin als kleines Helferlein, das sich bei Herausforderungen an meine Seite stellt und mir den nötigen Mut einflößt, mit Spontanität und Heiterkeit.
Was ich ebenfalls herausgefunden habe ist, dass die Projekte, die wirklich aus einem inneren Antrieb kommen und Herzensprojekte sind, einfach so stark anklopfen, so unbedingt gelebt werden wollen, dass es nicht anders geht, als weiter zu machen und dran zu bleiben. Sonst würden keine Häuser renoviert oder gebaut werden, keine Kinder großgezogen, keine Bücher geschrieben oder keine Musikstücke komponiert werden.
