Kailua News Jan-März 2018

Demokratie verstehen- Natur und Kultur sehen – Frieden säen

Ceiba
Die CEIBA – der Nationalbaum der Gualtemateken

Maya Thron
Maya Thron im Archäologischen Museum von Guatemala City

Demokratie verstehen

Guatemala -das Land des ewigen Frühlings- habe ich über Weihnacht und Neujahr bereist und zum ersten Mal Mittelamerika gesehen. Ein wunderschönes Land mit 37 Vulkanen zwischen dem karibischen Meer und dem Pazifik. Von den 15 Millionen Guatemalteken sind 50% Indigenas, die als direkte Nachkommen der Mayas bezeichnet werden. In der Hauptstadt, Guatemala City, lebt ein Fünftel der Gesamtbevölkerung.
Wie wichtig unsere sozialen Errungenschaften sind, konnte ich erst feststellen, als ich von meiner 3-wöchigen Reise aus Guatemala zurückgekommen war. In Guatemala ist das Auseinanderklaffen von arm und reich und die Omnipräsenz von bewaffneten Sicherheitskräften unübersehbar. Vor jeder Bank und jedem Einkaufszentrum stehen mehrere schwerbewaffnete Polizisten. So engmaschig das Militär, die Polizei und private Sicherheitskräfte sind, so lückenhaft ist das soziale Versorgungssystem. Ebenso ist die medizinische Versorgung nicht mit unseren Standards zu vergleichen und die Möglichkeiten zu einer ausreichenden Schul- und Berufsausbildung stark einkommensabhängig. Viele junge Menschen zwischen 14-20 Jahren verlassen ihre Heimat, um in den USA als iIlegale Einwanderer Arbeit zu finden. Das bringt leider die Konsequenz mit sich, dass sie ihre Eltern nicht mehr besuchen können, da eine erneute Einreise ohne Papiere nicht möglich ist.
Obwohl Guatemala fruchtbar und viele Naturschätze zu bieten hat, sind die Schatten der Korruption, von organisierter Kriminalität und mangelnder Bildung (25% Analphabeten) große Hindernisse für die Weiterentwicklung.
Bei meiner Rückkehr nach Österreich wurde mir wirklich bewusst, wie wertvoll unsere sozialen Standards (wie Kranken- und Pensionsversicherung, Arbeitslosengeld, Kinderbeihilfe) für alle sind. Auch die uneingeschränkte Reise- und Bewegunsfreiheit, die wir geniesen, ist ein hohes Gut.

Umso wichtiger erscheint es mir, dass wir uns nicht von der Angstmacherei und den spaltenden, diskriminierenden Kräften in unserer Gesellschaft anstecken lassen. Bemühen wir uns jeden Tag, um respektvolle, freundliche und liebevolle Begegnungen mit allen Menschen in unserer Umgebung.

Natur und Kultur sehen

Panorama
Blick über das Hochland von Quetzaltenango
Tikal
Die Spitzen der drei großen Mayapyramiden in Tikal

Natur und Kultur sehen

Die beeindruckende und schöne Seite von Guatemala soll nicht zu kurz kommen. Die Menschen sind stets freundlich, offen und gutmütig. Die indigenen Frauen mit ihren bunten Trachten und ausdrucksstarken, wunderschönen Gesichtern sind sehr sanft und liebevoll mit ihren Kindern. Die entzückenden Babys und Kleinkinder werden in den ersten 2-3 Lebensjahren fast ausschließlich im Tuch getragen.
Emilia

Abwasch

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Baby

Links unten der Blick auf den Lago de Atitlán und den Vulkan Tolimán, dahinter der Vulkan Atitlán. Daneben die imposante Ceiba im Naurpark von Tikal. Die kleine Mini-Tortuga bevor sie über den Strand ins Meer watschelt. Rechts unten ein Papagei im Urwald.

atitlan

Ceiba gr

Tortuga

Vogel
Religion und Glaube haben einen hohen Stellenwert. Bei der der 3,5 Stunden dauernden Weihnachtsmesse waren sicherlich 600 Menschen in der Kirche von Zunil. Faszinierend auch diese leuchtende Krippe in einem Privathaus. Überhaupt lieben die Gualtmatecos es bunt, laut und knallig. Am Weihnachtsabend gibts überall Feuerwerke und grande Fiesta. Ganz unten fünf Guatemaltekinnen aus der Web-Kooperative – Santa Maria aus Zunil- mit Siegfried, unserem ältesten Mitreisenden.Eine Matinee und Aktivitäten für den Frieden, die ich alle besuchens- und bemerkenswert finde:

dav

dav

Siegf zunil

Frieden säen

Eine Matinee und Aktivitäten für den Frieden, die ich alle besuchens- und bemerkenswert finde:

Matinee im Burgtheater am 11. März 2018 um 11h
1938-2018 Können wir uns heute auf unsere Demokratie verlassen?

Heuer fällt der Gedenktag an den 80. Jahrestag des “Anschlusses” Österreichs an Hitler-Deutschland und der 80. Jahrestag des Novemberpogroms an. Dem Pogrom in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 fielen fast alle Synagogen und Bethäuser in ganz Österreich zum Opfer, während zahlreiche jüdische Österreicherinnen und Österreicher verfolgt und ermordet wurden.

Mit Lesungen, historischem Audio-Material und einem Gespräch geht die Matinee der Frage nach, warum wir heute dieses Tages im März 1938 gedenken, was er uns lehrt und wie wir die demokratische Zukunft Österreichs gestalten wollen.

Es lesen: Elisabeth Orth, Marie-Luise Stockinger, Branko Samarovski , Sebastian Wendelin
Es diskutieren die tschechische Soziologin und Publizistin Alena Wagnerová, die Medienjournalistin Ingrid Brodnig, der Verfassungsrichter Christoph Grabenwarter, der Historiker Oliver Rathkolb und der Zeitzeuge Hugo Brainin
Moderation: Renata Schmidtkunz, Leiterin der Sendereihe „Im Gespräch“ (Ö1)
https://www.burgtheater.at/de/spielplan/produktionen/matinee1938-2018/termine/2018-03-11/975150189/

ICAN Austria/ Kampagne zur Abschaffung von Nuklearwaffen

ICAN Austria ist der österreichische Zweig der International Campaign to Abolish Nuclear Weapons (ICAN) und damit Mitglied eines globalen Zusammenschlusses von über 460 Organisationen in über 100 Ländern. Dieses internationale Bündnis wurde 2017 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet.
https://www.icanaustria.at/

Combatants for Peace / Kämpfer für den Frieden

Eine binationale Freiwilligenorganisation, deren Mitglieder – Israelis und Palästinenser, Frauen und Männer- früher am Kreislauf der Gewalt teilgenommen haben, der zwischen den beiden Nationen vorherrscht. Heute arbeiten sie Seite an Seite, um eine Gemeinschaft zu erschaffen und die Besatzung mit gewaltlosem Aktivismus zu beeenden.
Infos dazu unter www.forumZFD.de

Dr. Adolfo Perez Esquivel, argentinischer Menschenrechtsaktivist, sagt, dass wir für den Frieden eine Spiritualität brauchen, die unser Leben beleuchtet, ein inneres Licht, ohne das wir andere nicht beleuchten können. Diesen Entschluss, das innere Licht strahlen zu lassen und die “Schätze meines Herzens” zu entwickeln, möchte ich bis an mein Lebensende täglich erneuern.

Aloah mit Kailua

Copyright aller Fotos Familie May/Illichmann

 

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