Kailua News Jan-März 2017

Stille / Enthalten und Durchdringen / Tipp: Rücken-Übungen

Stille

Baum

Zu diesem Baum zieht es mich immer wieder hin. Er wächst in der Mitte aus einem Granitfelsen heraus, mit einer fast 90°igen Krümmung im Stamm. Wie das passieren konnte, werden wir wohl nie erfahren!
Winterliche Stille auf der schneebedeckten Steinwiese. Ich höre nur das leise Knirschen meiner Fußstapfen. Die schützende Schneedecke wirkt wie ein riesiger Schalldämpfer, der alles in eine mollige Stille taucht und mich mit der unbarmherzigen Kälte versöhnt.

Die Stille
hat viele Gesichter und ist nicht immer lautlos. Da gibt´s den still vor sich hin fließenden Fluss. Die lauschende Stille, wenn man einem Vogel zuhört. Die Stille, die ich zum Schreiben brauche, damit die Gedanken sich in Worte entfalten können. Die konzentriert fühlende, atmende Stille, beim Massieren oder Massiertwerden. Und die tanzende Stille, in der der Atem die Bewegungen formt.Über die Stille – in der Meditation – im Gebet – beim Yoga…. oder einem anderen spirituellen Übungsweg, können wir einen Zugang zu unserem wahren Wesen (dem Kernselbst) finden. Dort liegt die eigentliche Lebensenergie. Für die Zurücknahme der Überaktivität unseres Ich, braucht es die Stille. Es geschieht mehr über das Lassen als über das Machen.Willigis Jäger sagt in einem Interview über -Heilung und gelebte Spiritualität-:“Es gibt eine Energie, die vor unserem Denken, Fühlen und Handeln liegt, die also hinter der Struktur unseres Ich steht. Wir sind nicht materielle Wesen, die Geist haben. Wir sind zuerst eine geistige Einheit, die sich als dieser Körper und diese Person kreiert. Daher kommen die eigentlichen Kräfte aus der Tiefe unseres Seins.
Wenn wir wieder Anschluss an unser tiefstes Wesen bekommen, dann sind wir im direkten Kontakt mit Energien, die eine ordnende, harmonisierende und heilende Kraft besitzen. Es gibt kein größeres Heilmittel als unser tiefstes Wesen. Unser Ich ist zwar ein großer Fortschritt in der Evolution, aber es ist auch wie eine Scheuklappe, die uns nur beschränkt “die wirkliche Wirklichkeit” erkennen lässt. Wenn wir mit dieser Wirklichkeit Kontakt aufnehmen, schließen wir uns der bestehenden Ordnung an. Wir können keine Ordnung machen, sie ist da. Wir können uns nur anschließen.”

Enthalten und Durchdringen

Rechb Schlaf
Haus schräg

Am 29.12.2016 weckten mich die Sonnenstrahlen. Es war 8:30 früh und ich wollte diese Pracht im Freien genießen. Anschließend beim Betrachten der Fotos fiel mir auf, dass sie eine Innenansicht aus dem Zimmer hinausblickend und eine Außenansicht auf das Haus wiedergeben. Zwei verschiedene Blickwinkel, zwei verschiedene Welten, die nur ein paar Meter auseinander liegen.

Meinen Entschluss nach draußen zu gehen, fasste ich in einem Augenblick, der kürzer als ein Fingerschnippen war. Dieser Anblick des Morgenlichtes ist mir mit einem satten Gefühl von Naturzauber und Zufriedenheit in Erinnerung geblieben. Beim Betrachten der Fotos kann ich es mir immer wieder herholen.

Im Buddhismus gibt es das “Prinzip des Enthaltens und Durchdringens”. Es besagt:
“In jedem Leben (Lebensmoment) ist das gesamte Universum in jedem Augenblick seiner Existenz enthalten. Umgekehrt durchdringt auch jeder Moment des Lebens das gesamte Universum. Der Lebensmoment ist ein Staubkörnchen, das die Teile aller Welten im Universum beinhaltet. Er ist ein Wassertropfen, dessen Wesen sich in nichts von dem riesigen Ozean selbst unterscheidet.”

Es beschreibt die unergründliche Beziehung, die zwischen uns selbst und dem Universum besteht. Schon lange versuche ich die fundamentale Bedeutung dieses Prinzips zu verstehen und wie es sich in meinem Leben erfahren lässt. Früher habe ich mich oft so unbedeutend klein und hilflos gefühlt gegenüber der Welt, in der so viel Leid geschieht. Was kann ich kleines Menschlein tun? Was ist meine Aufgabe?

Langsam beginne ich zu verstehen, dass ich genau dort wo ich gerade bin, am richtigen Ort zur richtigen Zeit bin. Auch wenn mein Lebensradius klein ist, wirkt es im großen Ganzen.
Mein Lehrer Daisaku Ikeda schreibt:
“Das kosmische Leben umfasst und durchdringt alles. Und daher ist es gleichzeitig auch in allem enthalten. Die Einheit des kosmischen Lebens und unseres individuellen Lebens liegt dem Prinzip zugrunde, nach dem “das Leben (ein einziger Lebensmoment) und alle Phänomene sich gegenseitig beinhalten”. Zu dieser mystischen Wahrheit zu erwachen heißt, des Buddhas “höchste Erleuchtung erlangen”.

Heuer sind es 30 Jahre, in denen ich den “inneren Weg” der buddhistischen Praxis gegangen bin. Leider ist es kein “innerer Sprung”, sondern ein Weg der viel Geduld, Beständigkeit und Herausforderungenannehmen braucht.

Mein Bild dazu: Am Anfang meiner buddhistischen Praxis fühlte sich mein Leben an, als wäre ich auf einer sehr wackeligen, heftig schwankenden Hängebrücke. Da gab es wenig Halt und Spielraum, weil ich mich so auf den nächsten unmittelbaren Schritt konzentrieren musste. Mit der Zeit konnte ich immer wieder nach vorne schauen, bis sich die Brücke endlich stabilisiert und gefestigt hat. Mittlerweile kann ich in Kontakt mit den Personen und der Umgebung um mich herum sein, schaue wer oder was da auf mich zukommt und habe Zeit zu agieren bzw. zu reagieren und ich kann ebenso andere Menschen, die es wollen, auf ihrem Weg begleiten.

Ihr lieben Kundinnen und Kunden,

Rakete Stilwerk
Foto: freygeist, Collage: formsache

ich wünsche Euch ein fröhliches, zielstrebiges, zufriedenes, abenteuerreiches, erholsames, arbeitsfreudiges Jahr 2017 plus ganz viel Gesundheit, wunderbare Begegnungen und erinnerungswürdige Momente. Vielen Dank für Euer Vertrauen, Eure Beständigkeit und Eure Weiter-empfehlungen.

Tipp: Rücken-(Entspannungs)Übungen

Das Motto: “Move your body/bones with maximum joy and minimum strength”

WICHTIG: bei allen Übungen gleichmäßig ein- und ausatmen, die Bewegungen fließend, weich und geschmeidig durchführen, den Bewegungsspielraum in den Gelenken wahrnehmen. Nimm es flockig leicht, mit möglichst geringem Kraftaufwand.

Kniekreise: Rückenlage; beide Beine abwinkeln und zum Brustkorb ziehen. Beide Hände umfassen die Knie. Mit den Knien achtmal kreisen und achtmal in die Gegenrichtung. Hüfte locker lassen und unterer Rücken (Lendenwirbel und Kreuzbein) liegt fest auf der Unterlage auf. Variation: jeweils acht Kreise ohne Zuhilfenahme der Hände (Arme liegen neben dem Körper am Boden) – stärkt auch die Bauchmuskeln

Käfer: Rückenlage, beide Beine und Arme senkrecht (90° vom Boden weg) nach oben strecken, die Hände und Füße sind geflext (Schürhaken), als ob man von unten gegen eine Tischplatte drücken würde, mindestens 30 Sekunden halten und loslassen (5 Wiederholungen)

Körperseite dehnen: Rückenlage, beide Beine sind aufgestellt und die Arme sind in Schulterhöhe zur Seite ausgebreitet, beide Knie liegen aneinander und werden seitlich zum Boden geführt, der Kopf dreht zur gegenüberliegenden Seite (5 Wiederholungen je Seite)

Knieschaukel: Rückenlage, beide Beine anwinkeln und zum Brustkorb ziehen, beide Hände umfassen die Knie, ein Knie In Richtung Ferse, das andere Knie in Richtung Kopf bewegen, eine gegengleiche Vor- und Zurückbewegung der Beine bis zur Hüfte entsteht, der Rücken bleibt am Boden. Variation: Kopf kann ich Richtung Brustkorb angehoben werden

PAUSEN: gönne dir zwischen oder nach den Übungen eine Pause. Die Arme liegen locker neben dem Körper, die Beine lang am Boden und die Füße hüftbreit auseinander. Bei Bedarf leg ein Kissen unter den Kopf. Gib das ganze Gewicht an den Boden ab und lass dich vom Boden tragen.

zurück »